Martin Krist - Böses Kind (Henry Frei #1)

22.11.17

Titel: Böses Kind
Originaltitel: ---
Autor: Martin Krist
Übersetzung: ---
Reihe: Henry Frei #1
Genre: Thriller
Verlag: R&K (20.11.2017)
ISBN: 978-3-73939-985-0 (eBook, 320 Seiten)
ASIN: B076M7ZQK8 (Kindle Edition)
Preis: 2,99 €
Papierformat: Taschenbuch für 9,99 €
Bonus: ---

Kurzbeschreibung:
Jede Lüge hat ihren Preis. Diese wird dich töten.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt! *Quelle*

Zum Autor:
Martin Krist, geboren 1971, lebt als Schriftsteller in Berlin. Er arbeitete viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig. Nach mehr als 30 Sachbüchern, darunter Biografien über die Hamburger Kiez-Ikone Tattoo-Theo, die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido, die Grunge-Ikone Kurt Cobain und den gewaltlosen Rebell Mahatma Gandhi, schreibt er seit 2005 Krimis und Thriller.

Meinung:
Böses Kind ist der Auftaktband einer neuen Reihe, in der Kriminalhauptkommissar Henry Frei im Mittelpunkt steht.

Da ich von Martin Krist schon das ein oder andere Buch gelesen habe, war ich sehr gespannt auf seine neue Reihe. Und ja: Er hatte mich damit sofort wieder am Haken!

Henry Frei und sein Team, das u.a. aus Kriminaloberkommissarin Louisa Albers und Kriminalkommissar Phan Cha Lee, genannt Charlie, besteht, bekommen es zu Beginn mit dem Mord an Sina Weinstein, der Ehefrau eines bekannten TV-Pfarrers, zu tun, die tot in einem Hotel aufgefunden wird. Dieser Fall tritt allerdings recht schnell wieder in den Hintergrund. Denn das Hauptaugenmerk liegt schon bald auf dem spurlosen Verschwinden der 14-jährigen Jacqueline Pirnatt und weiteren Toten.

Mit Henry Frei hat Martin Krist zur Abwechslung einmal einen Kommissar erdacht, der keine Ehe- oder Alkoholprobleme hat, sondern recht bodenständig ist. Er führt eine glückliche Ehe, hat eine Tochter im Teenageralter und Sohn Benni leidet am Asperger-Syndrom. Frei hat einen ausgeprägten Ordnungssinn, der ihn jeden Gegenstand symmetrisch anordnen lässt. Mir waren er und seine Kollegen sympathisch, auch wenn man nur kleine Einblicke ins Privatleben erhält, was ich aber nicht sonderlich vermisst habe. Die Beziehung zu seinem alten Kollegen und Freund Oskar Marek, die hier angerissen wird, birgt auch noch einiges an Potenzial.

Viel Aufmerksamkeit hingegen erhält die heimliche Protagonistin des Buches, Suse Pirnatt, die Mutter der vermissten Jacqueline. Sie lebt in einem sozialen Brennpunkt in einer bescheidenen Wohnung, hat neben Jacqueline noch die Söhne Dennis und Theo, arbeitet in einer Drogerie und kämpft sich mehr schlecht als recht durchs Leben, nachdem ihr Mann sie verlassen hat und keinen Unterhalt zahlt. Hier gelingt es Martin Krist, einen tiefen Einblick in Suses karges Leben zu gewähren, der mehr als authentisch ausfällt. Kompliment!

Auch einige bekannte Personen aus Krists Paul Kalkbrenner-Reihe trifft man hier wieder: Hardy Sackowitz, ein renitenter Journalist, Dr. Franziska Bodde, die Leiterin des Tatort- und Erkennungsdienstes und Dr. Simon Wittpfuhl, der mürrische Gerichtsmediziner haben hier einen erneuten Auftritt, was mir sehr gut gefallen hat.

Allerdings bleiben am Ende viele Fragen offen und ungelöst, da sollte man sich schon vor dem Lesen darüber bewusst sein. Der Mörder/Täter wird hier noch nicht zur Strecke gebracht, was ich zwar anfangs etwas merkwürdig empfand, aber auch mal erfrischend neu! Somit hätte ich nun gern sofort Band 2, um weiterlesen zu können, was mir eher selten passiert. Doch zum Glück ist der 2. Teil bereits für Mai 2018 angekündigt.

Fazit:
Martin Krist gelingt erneut ein Thriller, der von einem interessanten Fall, einem sympathischen Ermittler und vor allem einer Protagonistin lebt, die ich bis zum Schluss nicht richtig durchschauen konnte. Ebenso versteht er es, Berlin in seinem Glanz aber auch seinem Schatten authentisch darzustellen. Hier kann man nur auf den nächsten Band gespannt sein.

Wertung: ★★★★★

Mein Dank geht an Martin Krist und Netgalley für die Bereitstellung eines eBook-Exemplars!

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