Lesemonat April 2017

2.5.17

Tschüss April! Trotz Blogpause habe ich mich entschlossen, wenigstens kontinuierlich den Lesemonat und ein paar Worte zu den gelesenen Büchern zu posten. Ein bisschen Statistik muss nun mal sein :)

Folgende Bücher wurden von mir im April 2017 gelesen:

Gelesene Bücher: 10
Gelesene Seiten: 5.358
Gelesene Seiten/Tag: 178,6
Durchschnittliche Seiten/Buch: 535,8
Durchschnittliche Wertung: 4,1
Seitenstärkstes Buch: Stephen King - Es (1.536 Seiten)
Seitenärmstes Buch: Terry Pratchett - Total verhext (320 Seiten)

  1. Daniel Cole - Ragdoll. Dein letzter Tag (★★★☆☆)
  2. Stephen King - Es (★★★★★)
  3. Terry Pratchett - Total verhext (★★★★★)
  4. Shari Lapena - The Couple Next Door (★★★★☆)
  5. Jack Ketchum - EVIL (★★★★★)
  6. Susanne Goga - Das Haus in der Nebelgasse (★★★★☆)
  7. Richard Laymon - Die Klinge (★★★★☆)
  8. Anne Jacobs - Die Tuchvilla (★★★★☆)
  9. Jack Ketchum & Lucky McKee - SCAR (★★★☆☆)
  10. Amy Ewing - Das Juwel. Die Weiße Rose (★★★★☆)

Kurz zu den Büchern:
Daniel Cole - Ragdoll. Dein letzter Tag:
(William Fawkes #1)
Der Fall an sich ist spannend und es entwickelt sich eine Schnitzeljagd nach den weiteren Opfern, die anhand einer Liste ausfindig gemacht werden können. Doch leider verliert sich der Autor in Details, die manche Stellen langweilig und zäh machen. Auch die Ermittler fand ich nicht besonders. Protagonist Wolf ist, wie schon in vielen anderen Thrillern, nicht gerade ein Vorzeige-Polizist, verliert gerne mal die Kontrolle, die sich in Gewaltausbrüchen zeigt.
Einzig Edmunds, der vor kurzer Zeit vom Betrugsdezernat überwechselte, fand ich ganz nett, da er sich durch Hartnäckigkeit in den Ermittlungen auszeichnet, obwohl er anfangs von seinen neuen Kollegen eher belächelt wird.
Das Ende bleibt ein wenig offen, sodass auf jeden Fall Raum für eine Fortsetzung besteht. Alles in allem kann man das Buch lesen, man verpasst aber nicht viel, wenn man es nicht tut.

Stephen King - Es:
"Es" las ich zum ersten Mal vor über 20 Jahren und da demnächst ja eine Neuverfilmung ansteht, die im September, zu Kings 70. Geburtstag, in die Kinos kommt, wollte ich unbedingt den Roman nochmal lesen (die Verfilmung aus 1990 fand ich außer Tim Curry als Pennywise nicht wirklich berauschend).
Auch nach dieser Zeit (wobei ich noch lange nicht alle King-Bücher gelesen habe) kann ich immer noch sagen, dass ich "Es" für eins von Kings Meisterwerken erachte. Zwar ist im Buch jede Menge Horror vertreten, doch erzählt es auch von einer unvergleichlichen Freundschaft - dem Klub der Verlierer, dem Bill Denbrough, Beverly Marsh, Ben Hanscom, Richie Tozier, Eddie Kaspbrak, Stan Uris und Mike Hanlon angehören. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Zeitebene im Jahr 1958 (als die Freunde noch Kinder waren) immer noch besser gefällt als die Gegenwart (die im Jahr 1985 angesiedelt ist).
King versteht es unvergleichlich, die Freundschaft der sieben zueinander zu schildern, ihre Erlebnisse mit Pennywise, ihre Verfolgungsjagden mit dem fiesen, später psychopathischen Henry Bowers und seinen Kumpeln und diesen nie wieder kommenden Sommer, der sie zusammenschweißt. Hier möchte man trotz der traumatischen Ereignisse liebend gern ein Teil dieser Freundschaft sein.
Ein Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann, wie schon gesagt: Ein Meisterwerk!

Terry Pratchett - Total verhext:
(Discworld #12)
Durch den 12. Band der Discworld-Reihe war ich dank seines Wortwitzes und meiner drei liebsten Hexen Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch ruckzuck durch.
Die gute Fee Desiderata Hohlig stirbt und macht ausgerechnet Magrat zu ihrer Nachfolgerin, indem sie ihr ihren Zauberstab hinterlässt und ihr den Auftrag erteilt, nach Gennua zu reisen, um dort die Hochzeit zwischen dem Stubenmädchen Elsa und dem dortigen Prinzen zu verhindern. Natürlich machen sich Oma und Nanny samt ihrem Kater Greebo mit auf den Weg.
Sie begegnen auf ihrer Reise Zwergen, spielen das Kartenspiel "Leg Herrn Zwiebel rein" gegen Betrüger und machen in Gennua angekommen die Bekanntschaft von Erzulie Gogol, einer Voodoo-Frau, und ihrem Zombie Samstag.
Aber auch eine Verwandte von Oma Wetterwachs hat ihren Auftritt, denn sie herrscht über Gennua und will sich diese Herrschaft nicht kampflos nehmen lassen...
Wiederum ein ganz tolles Buch der Reihe, das mit Wortwitz, skurrilen Figuren und Geschehnissen aufwartet. Es war sehr kurzweilig und unterhaltsam, denn die drei Hexen sind immer für eine Überraschung gut. Da freut man sich bereits jetzt auf das nächste Wiedersehen!

Shari Lapena - The Couple Next Door:
In Shari Lapenas Debüt hat jeder der Protagonisten seine Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Zwar wird schon recht früh klar, wer hinter der Entführung von Baby Cora steckt, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Lapena hat hier geschickt noch einige Wendungen eingebaut, die auf den ersten Blick so nicht ersichtlich sind.
Für einen Thriller, wie auf dem Cover angegeben, fehlte mir allerdings die atemlose Spannung, daher würde ich den Roman eher als Krimi oder Familienpsychogramm einordnen.
Trotzdem ein solides Debüt, das Spaß gemacht hat zu lesen, da es sich auch auf das Wesentliche konzentriert und nicht in unnötigen Ausschmückungen ausufert.

Jack Ketchum - EVIL:
"Evil" lässt den Leser sprach- und fassungslos zurück. Fängt es noch mit einer Kindheitsidylle im Amerika der späten 1950er Jahre an, entwickelt es sich durch Megs und Susans Einzug bei den Chandlers zu einem unvorstellbaren Höllentrip für das 14-jährige Mädchen Meg und ihre kleine Schwester.
Viele Fragen bleiben nach der Lektüre: Warum haben sich Ruth und ihre Kinder in solche Monster verwandelt? Warum wartet Davy, der Ich-Erzähler, solange, bis er versucht einzugreifen? Weshalb überprüft niemand von der Jugendfürsorge die Familie und das Wohlergehen der Schwestern? Was ist mit den anderen Erwachsenen?
Darauf wird man keine Antwort finden, was das ganze noch grauenvoller macht. Jack Ketchum stellt hier eindringlich dar, wie aus Menschen Bestien werden. Mir wird dieser Roman noch lange im Gedächtnis bleiben.

Susanne Goga - Das Haus in der Nebelgasse:
Von Susanne Goga kenne ich bereits die bisher erschienenen Bände ihrer "Leo Wechsler"-Krimireihe, die im Berlin der 1930er Jahre angesiedelt ist. Mit "Das Haus in der Nebelgasse" widmet sich die Autorin nun einem Einzelband, der im London zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt. Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen, vor allem die junge Lehrerin Matilda Gray, die alles daran setzt, das Geheimnis um ihre Schülerin Laura Ancroft zu lüften und ihr dabei zu helfen, die Hochzeit mit ihrem verhassten Vormund Charles Easterbrook zu vereiteln.
Ebenso erwähnenswert ist Professor Stephen Fleming, in dem Matilda eine große Hilfe bei ihren Recherchen findet und ihre amüsante Vermieterin Mrs. Westlake, die Groschenromane schreibt.
Zuweilen wird es auch richtig spannend und bietet tolle Unterhaltung. Auch wäre der Roman durchaus geeignet, wenn man einmal in das Genre Historischer Roman reinschnuppern möchte, da er auch einiges an Hintergrundwissen über London bietet, was von Susanne Goga gekonnt vermittelt wird.

Richard Laymon - Die Klinge:
Mal wieder ein Laymon, den ich fast binnen einem Tag gelesen habe, da "Die Klinge" eher zu seinen kürzer gehaltenen Romanen zu zählen ist. Wie schon gewohnt, bekommt man es hier in Form von Albert mit einem gnadenlos-durchgedrehten Charakter zu tun, der keine Skrupel kennt und nur fürs Töten lebt, nachdem er unappetitliche Dinge mit seinen Opfern anstellt.
Aber es treten auch zahlreiche Nebencharaktere auf, die zum Schluss alle aufeinandertreffen und die Handlung somit in einer Art Showdown mündet.
Laymon ist nichts für zarte Gemüter, aber ich lese seine Bücher sehr gern, da sie zwar gewalttätig, sexlastig und auch menschenunwürdig sind, aber so überspitzt, dass es schon wieder lustig ist und Spaß macht. Daher hat mir auch "Die Klinge" wieder unterhaltsame Stunden beschert.

Anne Jacobs - Die Tuchvilla:
(Die Tuchvilla-Saga #1)
Der Auftakt-Band der "Tuchvilla-Saga", die 3 Bände umfasst, spielt in Augsburg im Jahr 1913, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs, was leider aber gar nicht mal so thematisiert wird (hier hoffe ich auf mehr im 2. Band).
Ein klassischer Fabrikanten-Dienerschaft-Roman, der mich durch einige Geheimnisse, die die agierenden Personen mit sich tragen, gut unterhalten konnte und in dem man Einblick in das Leben der höhergestellten Gesellschaft und auch in das der Hausangestellten bekommt. Allerdings sind auch einige Längen zu finden, die man gut und gern hätte kürzen können.
Allerdings ist die Zeit, in der mehr und mehr Automobile die Straßen erobern und die Technisierung Einzug hält, sehr gut beschrieben und mit Marie Hofgartner eine sympathische Protagonistin in Aktion, sodass ich mich doch auf den 2. Band der Trilogie freue.

Jack Ketchum & Lucky McKee - SCAR:
"Scar" gleicht eher einem tragischen Familiendrama als einem Horrorroman, den man eher von Ketchum gewohnt ist. Vor allem die rücksichtslosen Eltern von Delia und Robbie können hier schockieren, wie sie mit Delia umgehen, die für sie nur eine bequeme Einnahmequelle darstellt. Die Mutter ist eine herzlose Person, die nur ihren eigenen Vorteil im Auge hat, der Vater gibt liebend gern das verdiente Geld für unnützes Zeug aus, statt sich um wichtigere Angelegenheiten wie eine Krankenversicherung zu kümmern.
Einzig Caity, der Familienhund, ist ein verlässlicher und heldenhafter Charakter, der gerade zum Ende hin eine Schlüsselrolle spielt. Allerdings hat mir der übersinnliche Touch, der sich am Schluss auftut und der die im Klappentext angesprochene Rache von Delia darstellt, nicht so richtig gefallen.

Amy Ewing - Das Juwel. Die Weiße Rose:
(The Lone City #2)
Untypischerweise hat mir der 2. Band der Trilogie wesentlich besser gefallen als noch Teil 1. Es wird ein wenig erklärt, wie es zum Juwel kam und auch Violets eigentliche Gabe kommt nun zur Sprache und nimmt mehr Raum ein. Zwar passiert anfangs eigentlich nicht viel, doch konnte mich die Story deutlich mehr mitreißen als im 1. Teil, der mir zu viele Beschreibungen enthielt, wie Violet für verschiedene Bälle und Empfänge zurechtgemacht wurde. Auch die Liebesgeschichte tritt hier eher in den Hintergrund und somit bin ich, nach dem obligatorischen Cliffhanger am Ende, doch recht gespannt aufs Finale.

Absolutes Monatshighlight:

5 Kommentare

  1. Wow, Du hast im April aber ordentlich was weggelesen. Ich war das weitaus weniger erfolgreich und hatte eine ordentliche Leseflaute. Nicht zuletzt wegen "Das Haus in der Nebelgasse", das mich leider furchtbar gelangweilt hat. Die historischen Hintergründe waren wirklich interessant, aber ansonsten war mir der Roman eine Spur zu gemächlich erzählt und mit der Protagonistin konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Ich habe fast 300 Seiten lang durchgehalten, aber dann abgebrochen, weil es mir einfach zu langsam voranging. Ohhh, "Evil" hat mich vor einigen Jahren schon eine schlaflose Nacht gekostet. Dieses Buch ist mir noch immer in Erinnerung und war wohl das Schockierendste, was ich jemals gelesen habe, besondern weil es auf einer realen Begebenheit beruht. "Ragdoll" ist soeben von meiner Wunschliste verschwunden ;-)
    Hab' eine schöne Woche und grüße Floyd ganz lieb von mir.
    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Hallo meine Liebe :)
      ja, der April war sehr erfolgreich, da wir auch eine Woche Urlaub hatten, da komme ich meist sehr gut zum Lesen. Schade, dass dir Susanne Gogas Roman nicht so gut gefallen hat, mir kam er gerade richtig und hat mich doch gut unterhalten. "Evil" war wirklich hart, aber ich muss sagen, mein krassestes Buch bisher war "Vater unser in der Hölle" von Ulla Fröhling. Kennst du das zufällig? "Ragdoll" ist wohl auch eher Geschmacksache, meins war es leider nicht. Ich wünsche dir ein tolles Wochenende und streichle Floyd mal im Namen von dir ;)
      Viele Grüße, Kerstin

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  2. Und das du trotz pause einen kleinen Überblick postest - da musste ich doch direkt vorbei schauen (=

    Und eine gute Zahl Bücher hast du gelesen! "EVIL" liegt noch immer auf meinem SuB und "The Couple Next Door" möchte ich noch gerne lesen!
    Oooch wie schade, ich fand "Ragdoll" wirklich super!

    Ganz liebe Grüße
    Janna

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    1. Liebe Janna,
      ja, so ganz ohne geht's halt doch nicht...vielleicht bleibe ich sogar bei diesem Format, weil mir momentan Zeit und auch Lust für ausführliche Rezis fehlen und so alles übersichtlich als Monatsrückblick ist. "Evil" musst du unbedingt lesen, aber ist auch harte Kost! Und auch "The Couple Next Door" war gut, aber halt nicht allzu spannend. Ja, "Ragdoll" war für mich leider nichts, aber es gibt ja genug andere Thriller, die noch zu entdecken sind :)
      Schönes Wochenende für dich und liebe Grüße,
      Kerstin

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    2. Zu mindestens hat man ein wenig bloggerei so von dir ;)
      Jaaaa, ich weiß "Evil" muss gelesen werden - kommt dieses Jahr definitiv noch dran! Bin sehr gespannt auf das Buch!

      Mach dir einen mukkeligen Sonntag!

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